Sudetendeutsche Hütte 2650m

Sudetendeutsche Hütte
Die Initiative für den Bau der Sudetendeutschen Hütte ergriff 1926 die 1913 gegründete Sektion Saaz. Sie schlug ein Gemeinschaftswerk vor, dem sich spontan 6 der insgesamt 18 Sektionen in der Tschechoslowakischen Republik anschlossen. Die anderen Sektionen folgten später.
Auf der Suche nach einem geeigneten Standort kam man auf die Granatspitzgruppe.
1927 wurde der Hüttenbauplatz von einer Gruppe Sektionsvertretern zusammen mit einem Matreier Bergführer festgelegt, mit dem Besitzer der Steineralm ein Pachtvertrag abgeschlossen und ein Matreier Baumeister gewonnen.
Der „Verein Sudetendeutsche Hütte", ein Zusammenschluss der bauwilligen Sektionen, wurde in Prag gegründet und die Finanzierung gesichert. 1928 konnte der Rohbau unter Dach gebracht werden. Früh im Jahr 1929 ging der Innenausbau voran.
Sudetendeutsche Hütte: Einweihung 1929
Sudetendeutsche Hütte - Einweihung 1929
Bereits am 21. Juli 1929 fand die festliche Einweihung mit einer Bergmesse und 50 Festgästen statt. Der Baumeister Florian Köll wurde auch erster Hüttenwirt.
1932 fanden erstmals im Spätwinter Skikurse auf der Hütte statt, in den folgenden Jahren war sie über Ostern geöffnet. Im Jahr 1932 registrierte man über 500 Besucher. 1934 trafen sich 30 Festgäste mit Karl Schöttner, dem um die Hütte verdienten Karlsbader, zur 5-Jahr-Feier.
Sudetendeutsche Hütte 1960
Sudetendeutsche Hütte um 1960 (Ostseite)
Während des Zweiten Weltkriegs war die Hütte immer geöffnet, Ziel- und Treffpunkt vieler Menschen aus Osttirol und dem Sudetengebiet, bis sie am 12.9.1944 geschlossen wurde.
Bergführer und Hüttenwirt Josef Köll beaufsichtigte die Hütte in der folgenden schweren Zeit.
Nach Kriegsende waren 3,5 Millionen Sudetendeutsche aus ihrer Heimat vertrieben worden, die Hütten in Österreich beschlagnahmt. Dem Österreichischen Alpenverein gelang es die sudetendeutschen Hütten aus der Beschlagnahme herauszulösen und den Sektionen Mitte der 50er- Jahre zurückzugeben.
Sudetendeutsche Hütte 1960
Sudetendeutsche Hütte um 1960 (Westseite)
1953 nahm der „Verein Sudetendeutsche Hütte" in München seine Tätigkeit wieder auf. Das 25- Jahr-Jubiläum konnte in Matrei und auf der Hütte wieder festlich begangen werden. Schließlich konnte der Verein 1958 den Pachtgrund, auf dem die Hütte stand, käuflich erwerben. Die Versorgung der Hütte wurde, wie von Anbeginn, noch immer mit zwei Mulis vorgenommen.
Im Jahre 1977 schlossen sich die Sektionen Silesia-Troppau, Teplitz-Schönau, Saaz und Aussig zur Sektion Sudeten zusammen. Sie waren schon bisher weitgehend die Träger der Hütte. Die anderen Sektionen verzichteten auf ihre Anteile. Die neue Sektion war nun Alleineigentümerin.
Sie richtete das 50-Jahr- Jubiläum festlich in Matrei und auf der Hütte wieder mit großer Beteiligung und vielen Ehrengästen aus.
Sudetendeutsche Hütte 1977
Sudetendeutsche Hütte 1977 - dahinter der Nussing
Nun war die Hütte zu sanieren. Alljährlich war eine Arbeitsgruppe von Sektionsangehörigen meist mehrere Wochen tätig, über 10.000 Arbeitsstunden kamen zusammen. Nach 7 Jahren war diese Sanierung abgeschlossen. Die Arbeitswochen gehören nun schon seit 24 Jahren zum alljährlichen Sektionsprogramm, oft unterstützt von Mitgliedern des Hütten-Paten, der Sektion Bad Hersfeld.
Der Besuch war auf 1325 Nächtigungen und 1500 Tagesbesucher gestiegen.
Unausweichlich wurde die Vergrößerung der Hütte durch einen Zubau, der einerseits den Wirt besser unterbrachte, andererseits einen weiteren Gastraum und einen Trockenraum schaffte und die Sanitäranlagen auf einen befriedigenden Stand brachte.Zum 70-Jahr-Jubiläum 1999 war diese Erweiterung abgeschlossen und feierlich eingeweiht.
Sudetendeutsche Hütte 2003
Sudetendeutsche Hütte 2003
Eine Hütte wird zu einer Daueraufgabe für den Eigentümer, um sie laufend den Erkenntnissen des Umweltschutzes in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern und der Gefahrenvermeidung für die Besucher anzupassen.Nur mit einer Förderung durch öffentliche Mittel, die letztlich der Steuerzahler beiträgt und Mitteln aus der Gemeinschaft des DAV waren diese Aufgaben zu bewältigen. Für diese jahrzehntelangen Bemühungen wurde die Hütte 2003 vom DAV mit dem „Umweltgütesiegel der Alpenvereine“ ausgezeichnet.


Wir bedanken uns bei Walther Nimmrichter,
der uns genehmigte seine Texte zu verwenden,
die im Zusammenhang mit der 75 - Jahrfeier 2004 erschienen
.

www.alpenverein-sudeten.de





Hier noch ine kleine Bilderserie von den Arbeitswochen 2005 und 2007
mit Fotos von Thomas Most und Stefan Kox

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Einen kleine Überraschung habe ich gefunden, u. zwar das s.g."Hütten Standblatt der Sudetendeutschen Hütte" aus dem Jahre 1932.
Wer sich für Einzelheiten des Baues, der Einrichtung, der Kosten usw interessiert, sollte sich beim Alpenarchiv dieses Blatt anschauen, und überrascht sein z.B. darüber, dass man auf "Afrikmatratzen" geschlafen hat
<<< Hüttenstandblatt >>>

"Afrik" wird aus Fasern der afrikanischen Zwergpalme gewonnen, und diente als Polstermaterial.