Im Jahr 2003 feierte die Ascher Sektion ihr 125. Gründungsfest, 1996 wurde die Hütte 100 Jahre alt. Jubiläen, die Anlass geben, diese Hütte (im Jahr 2005) zu besuchen.
Der Hüttenwirt stellte ein Exemplar: "Festschrift zur 125 Jahrfeier der Gründung der Sektion Asch e.V. des Deutschen Alpenvereins am 5. Juli 2003" zur Verfügung, aus dem im Folgenden - mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber - zitiert wird.


Die erste Ascher Hütte war nicht sehr groß, für die damaligen Verhältnisse aber ausreichend. Sie hatte einen Vorraum und in der Stube war ein Herd zur Bereitung von warmen Mahlzeiten. Die Lager waren durch einen Vorhang von der Stube getrennt. Die Hütte erfreute sich regen Zuspruches. Sie war im Winter mehr besucht als im Sommer.
Der Mitgründer der Sektion Christian Just war seinerzeit in den Landecker Textilwerken tätig, welche der Firma Christian Geipel & Sohn gehörte. Er lernte damals das schöne Paznauntal und die damals wenig erschlossene Samnaungruppe kennen und regte seine Bergkameraden in der Heimat an, nach Landeck zukommen, um mit ihm gemeinsam die Berge um Landeck zu besteigen. Alle waren von dem Gebiet so begeistert, dass man sich entschloss dort eine Hütte zu bauen.
In der Hauptversammlung vom 08.12.1887 in Asch wurde endgültig beschlossen eine Schutzhütte am Rotpleiskopf zu bauen. Die befreundete Sektion Oberinntal in Landeck unterstütze das Vorhaben und so konnte am 11. Okt. 1894 der Kaufvertrag über das Grundstück mit der Versingalmgemeinschaft unterzeichnet werden.
Nun ging alles sehr schnell. Die Hütte wurde am 5. Juli 1896 eröffnet. Die Gruppenbilder zeigen die dabei Anwesenden. Interessant ist das Bild von der Vorfeier. Vor dem Gasthaus "Gfäll", mitten auf der Straße sind Tische und Stühle aufgestellt. An derselben, heute noch engen Kurve, flutet jetzt zur Saison ein lebhafter Verkehr ins Paznauntal und über die Bieler Höhe nach Vorarlberg ins Montafon.


Zur Einweihungsfeier waren nicht nur die Mitglieder der Sektion Asch anwesend. Auch die Einheimischen machten sich auf den Weg zur neuen Hütte. Interessant sind die Einträge im ersten Gästebuch der Hütte von 1896, die bezeugen dass auch Bergsteiger aus Augsburg, Stuttgart und München anwesend waren.
Die Hütte war schnell bekannt bis in die letzten Winkel des Königreiches, von Berlin bis Wien, von Vorarlberg über Frankreich bis Belgien. Wie es der Zeit entsprach war hauptsächlich die Oberschicht der Bevölkerung in der Lage die langen Reisen in die Alpen zu machen und auf der Ascher Hütte Quartier zu machen. So haben sich die Würdenträger von Asch, Bürgermeister Schindler und natürlich die Vorstände der Sektion Asch ins Gästebuch der Ascher Hütte eingetragen. Beachtenswert ist der Eintrag am 24. August 1897 von Dr. Max Planck, Professor an der Universität Berlin.

Auch in der Zeit als Asch zur Tschechoslowakei gehörte, 1918 bis 1938, konnte die Ascher Hütte besucht werden und wurde dadurch in ihrem Bestand gesichert. Allerdings war die Situation nicht sehr erfreulich, weil immer wieder kriminelle Elemente die Hütte ausraubten und durch die Witterungseinflüsse der Zustand immer schlechter wurde. Die Sektion war nur unter größten Anstrengungen in der Lage die Hütte zu halten. Es wurde sogar der Verkauf an eine andere Sektion in Erwägung gezogen. Durch private Mittel konnte diese schlimme Zeit aber überstanden werden.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes und dem Ende des Krieges fiel die Ascher Hütte, so wie alle anderen Hütten der deutschen Sektionen, in die Verwaltung durch den Österreichischen Alpenverein.
Nach langen politischen Querelen konnte erreicht werden, dass die Hütten des Deutschen Alpenvereins wieder in den Besitz der Sektionen zurückgeführt wird. Der Übergabevertrag mit dem Österreichischen Alpenverein konnte 1959 abgeschlossen werden, welcher dann 1960 rechtsgültig wurde.
Die zunehmenden Besucherzahlen und behördliche Auflagen zwangen die Sektion immer wieder Um- und Anbauten durchzuführen. Bereits in den Jahren 1957 und 1958 konnte der erste große Umbau durchgeführt werden, da trotz der Tatsache, dass die Hütte noch unter der Verwaltung des Österreichischen Alpenvereins war, sich der Deutsche Alpenverein schon 1956 bereiterklärte, Gelder für die Erneuerung bereitzustellen.
Durch den Bau eines Sesselliftes im Jahre 1972 von See zum Medrigjoch (1834m) wurde der Anstieg zur Hütte deutlich verkürzt, und somit auch zu den umliegenden Gipfeln Rotpleiskopf, Blankakopf und zum 3004 m hohen Furgler. Dies bewirkte eine beträchtliche Zunahme von Tages- aber auch von Übernachtungsgästen.

Die darauf erlassenen behördlichen Auflagen zur Erweiterung der Küche und der Toiletten, sowie der Neubau einer Kläranlage war der Anlass einer weiteren großen Baumaßnahme, die in den Jahren 1975 und 1976 ausgeführt wurde.
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Ascher "Nothhütte"
Noch bevor die Ascher Hütte gebaut wurde, hat die Sektion Asch bis 1894 für 700 Fl (Gulden) in nächster Nähe der späteren Ascher Hütte, 10 Gehminuten von dieser entfernt,eine Notunterkunft erbaut, die als Unterstand für Bergwanderer und Bergsteiger diente.
Auszug aus den „Mitteilungen des Deutschen und Oestereichischen Alpenvereins“ vom Jahrgang 1892:
„Wir haben bereits über die Wegbauten der Sect. Asch vom Dorfe See im Paznaunthale an dem Rothbleisskopf, ferner vom Kübelgrund (Versing Alpe) über den Medrigsattel zum Furkapass und der Furglerspitze bis nach Serfaus berichtet und hervorgehoben, dass dadurch der praktischste Übergang vom Paznaun- in das Oberinnthal geschaffen ist.
Die Section Asch hat nun im Sommer des verflossenen Jahres am Rothbleisskopf (resp. Kübelgrund ca 2200 Mtr. Hoch) eine steinerne, mit Schindeln gedeckte und mit Thür und Fenster versehene Nothhütte errichtet, welche Schutz gegen jedes Unwetter bietet. Dicht an einer guten Quelle gelegen, enthält die Hütte eine Lagerstätte für 6 7 Personen, eine Bank und einen Herd, sowie das nothdürftigste Kochgeschirr.
Für Vorrat von trockenem Holz wird während des Sommers immer gesorgt. Die Hütte ist unverschlossen und wird von Herrn Gastwirth Lukas Trientl in See zum Zwecke des Uebernachtens mit frischem Stroh, Leinentüchen und Decken gegen geringe Vergütung versehen."
Leider gibt es von dieser kleinen Hütte kein Bild.

Das Hainberghaus
Das Hainberghaus ist heute in tschechischem Besitz und wurde von den Pächtern schön renoviert und auch die Außenanlagen hergerichtet. Wieder ist das erste Unterkunftshaus der Sektion Asch ein Anziehungspunkt der Wanderer aus Asch und der weiteren Umgebung.
Wir bedanken uns auch beim Hüttenwart Herrn Peter Jörg, der mit Bildern und der Festausgabe zum 100 jährigen Hüttenjubiläum ebenfalls diesen Beitrag mit zu gestalten half.
In den ersten Jahren des Bestehens der jungen Alpenvereinssektion regte sich im Kreise der Ascher Alpenfreunde vernehmbar der Wunsch, im Hügelgelände der Heimat auch ein Touristenhaus zu besitzen, in welchem man sich wohlfühlen und, wenn der Himmel drohte, geschützt sein könne durch Mauer und Dach. So wurde in der Hauptversammlung vom 6. Dezember 1883 endgültig beschlossen, auf dem nahe bei Asch, 752 m hoch gelegenen Hainberg ein Unterkunftshaus der Sektion Asch des D. u. Ö. AV zu bauen.
Der Bau wurde im Jahre 1884 durchgeführt und das Haus am 2. August 1884 unter großer Teilnahme aller Behörden, befreundeter Vereine und der Gesamtbevökerung feierlich eröffnet.
Bald nach der Eröffnung des Unterkunftshauses legte man rund um den Hainberg schöne, lange Ringwege an, welche Erfrischung für Leib und Seele brachten.
In den Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins aus dem Jahre 1885, Nr. 5, März, unter der Rubrik „Mitteilungen aus den Sectionen“:
Section Asch, Mitgliederstand 78
Eröffnung Hainberghaus am 2. Aug. 1885. Kosten 4.149fl 85kr. Schwebende Schuld 690fl 66kr. Wegmarkierungen wurden ausgeführt: Asch-Hengstenberg, Hainberghaus Grün, Hainberghaus Neuberg.
Vortrag: G. Holstein über Wanderungen im Oetzthale.