Tschechische Republik ehrt Katholische Ackermann-Gemeinde

Kardinal Wetter gratuliert Franz Olbert zu hoher Auszeichnung
Tschechien dankt für “Überwindung eines bedrückenden Erbes”


München, 31. Oktober 2005 (ok)

Dem langjährigen ehemaligen Generalsekretär der Katholischen Ackermann-Gemeinde, Franz Olbert, hat der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, zu einer hohen Auszeichnung durch die Tschechische Republik gratuliert. Anlässlich des tschechischen Nationalfeiertages war Olbert am 28. Oktober in Prag vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus mit der Verdienstmedaille der tschechischen Republik ausgezeichnet worden.

In der Begründung der Ordensverleihung hieß es, Olbert habe von 1976 bis 1999 „eine Organisation von Katholiken aus dem ehemaligen Sudetengebiet“ geleitet und sich dabei „um die Überwindung des bedrückenden Erbes der deutsch-tschechischen Beziehungen verdient gemacht“. Er ist der erste prominente Vertreter einer sudetendeutschen Vereinigung, die mit einem hohen tschechischen Orden geehrt wurde.

Kardinal Wetter beglückwünschte Olbert und die bereits 1946 in München begründete katholische Ackermann-Gemeinde, die ihren Namen von einer frühen neuhochdeutschen Dichtung, dem „Ackermann aus Böhmen“ des Johannes von Saaz (um 1400), hat. Der bundesweit rund 10.000 Mitglieder zählenden Ackermann-Gemeinde geht es vor allem um die Versöhnung mit Tschechen und Slowaken, um Dialog, kulturellen Austausch und um religiöse Arbeit.

In einem Brief an Olbert schrieb der Kardinal, schon in der schweren Zeit kommunistischer Bedrückung hätten die Ackermann-Gemeinde und ihr Generalsekretär geistige Grundlagen für eine Versöhnung und gute Beziehungen mit den tschechischen Nachbarn geschaffen. In vielen einzelnen Fällen habe sie auch persönliche praktische Hilfe geben können. In einem auch innerlich zusammenwachsenden Europa würden Zeichen der Versöhnung und des Friedens gebraucht. Ausdrücklich dankte der Kardinal Olbert für seine „geduldige und bereitwillige Arbeit im Dienst der Versöhnung über viele Jahrzehnte hinweg“. (wr)



Quelle: Erzbistum München und Freising
Pressestelle