Tschechien gedenkt der Opfer des Massakers von Lidice vor 70 Jahren

Im mittelböhmischen Lidice wird am Sonntag der tragischen Ereignisse gedacht, die sich hier vor 70 Jahren abgespielt haben. Als Vergeltung für das Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, den Statthalter Hitlers in Prag, wurden von den Nazis in Lidice am 10. Juni 1942 alle 173 Männer und Jungen des Ortes, die älter als 15 Jahre waren, erschossen sowie die Frauen und Kinder in Konzentrationslager verschleppt. Der Ort wurde dem Erdboden gleichgemacht. An der großen Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer der Gräueltat wird unter anderem auch der tschechische Ministerpräsident Petr Nečas teilnehmen.

Im Vorfeld des 70. Jahrestages der Massaker von Lidice und Ležáky (24. Juni 1942) durch die Nazis hat sich der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck in einem Brief an den tschechischen Präsidenten Václav Klaus gewandt. Deutschland sei sich seiner „geschichtlichen Verantwortung bewusst“, schreibt Gauck. Der „Gedanke an die menschenverachtenden Terrorakte“ erfülle ihn „mit tiefer Betroffenheit und Scham“. Die Deutschen teilten den Schmerz der Opfer und fühlten mit den Überlebenden, von denen noch einige unter uns seien, so der Bundespräsident. In einer Antwort schrieb Klaus an Gauck, dass er den Brief von einem Politiker mit hoher moralischer Autorität in Deutschland sehr hoch schätze.



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