Außenminister Schwarzenberg würdigt Fortschritt
    bei der Aufarbeitung der Vertreibung

Dem tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg zufolge ist in Tschechien bei der Aufarbeitung der Vertreibung von Deutschen in den letzten Jahren „sehr viel passiert“. Das sagte der Politiker in Prag im Gespräch für die dpa mit Blick auf das Pfingsttreffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Die Vertreibung werde, so der Außenminister, in vielen Büchern und Filmen thematisiert. Es herrsche, so Schwarzenberg, nicht mehr diese Unkenntnis, wie es sie noch vor einem Vierteljahrhundert gegeben habe. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt brachte während des Pfingsttreffens in Nürnberg die Hoffnung auf einen „großen Schritt“ im Verständigungsprozess zwischen Vertriebenen und der tschechischen Regierung zum Ausdruck. Der tschechische Außenminister erinnerte in diesem Zusammenhang an die Versöhnungsgeste des damaligen Präsidenten Václav Havel, der bereits 1990 die Vertreibung bedauert hatte. Schwarzenberg, der Präsidentschaftskandidat der konservativen Partei Top 09 ist, sagte, er setzt auf die tatsächliche Zusammenarbeit in der Praxis. Bei der tschechischen Präsidentenwahl 2013 hänge, so der Außenminister, viel von der Persönlichkeit ab, die gewählt werde. Jeder Mensch habe seinen Stil, so der Politiker.



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